Archiv für November 2012

28.11.2012

Was ist rot und schlecht für die Zähne? Backstein.“ (Aus der Ernährungsberatung von Dr. Best)

Zack! Advent! Zumindest fast. Zeit der Besinnlichkeit, Zeit in sich zu gehen und über verschiedenes nachzudenken. Und damit für alle der Grund, sich möglichst schnell sämtliche Selbsterkenntnis wieder aus dem schamroten Kopf zu spülen. Eine der besten Fragen ist „Tja, was soll das alles noch? Am 21.12. ist doch eh alles vorbei!“ Da greifen nämlich die sogenannten Unisextarife bei irgendwelchen Versicherungen, die sich ohnehin keiner mehr leisten kann. Und dann diese Sache mit dem Ende des Mayakalenders …alles Dinge, über die schon mehr als genug geredet wurde. Ähnliche Geschichte: der ewige Schokoladenkreislauf, über den ich mich ebenfalls bereits mehrfach ausliess (saisonale Aufhänger nennt man das in manchen, seeehr kleinen Lesezirkeln). Spannende Erweiterung dieses Jahr: Mineralöl im Adventskalender! Großes Thema, leider mäßig motivierend – daher stelle man sich hierzu nun launige Ausführungen à la „Macht das Umschmelzen leichter“ oder „Dann issja billiger mit Schokolade zu tanken“ oder „mir egal, ich hab nen Hartwurstkalender“ vor, die ich nicht weiter auswalzen möchte. Realität ist der Grund warum wir saufen. Bevor wir aber nun alle ganz schrecklich traurig werden: In der dunklen Jahreszeit werden auch bedingt tageslichttaugliche Freunde ganztägig ertragbar! Ihr könnt also schon mal Pfand zurückbringen, vielleicht fragt euch ja diese Woche jemand, ob ihr zusammen was machen möchtet. Die schmeichelhaft ausgeleuchteten Termine im Hafenklang:

22.11.2012

Gib dem Affen Zwiebel“ (Zahnfreundlicher Junkie-Tipp)

Diese Woche ist der Newsletter später dran als ihr bei der Mannschaftswahl im Schulsport. Grund ist selbstverständlich die Mitte November begonnene sogenannte soundsovielte Jahreszeit, verursacht durch das internationale Jeckentum. Mein geistiges Funkenmariechen aus dem letzten Jahr war abgenutzt und musste erst wieder mit mehreren Litern des guten Tetrapackweins (Verschnitt von mehreren Weinen aus der EU – praktizierter Internationalismus!) auf die nötige Flexibilität zum Niveaullimbo gespült werden. Jetzt schwingt es wieder die dicken Schenkel, dass es eine Freude ist. Die anderen Tage gingen dafür drauf, Essen zu bestellen und den Boten über die Gegensprechanlage ein „wolle mer se reinlasse?“ mit anschliessendem Tusch entgegen zu donnern. Natürlich macht man solche Aktionen nicht zuhause, sondern aus der Wohnung des Nachbarn, man will ja nicht irgendwann mal verhungern. Die nachbarliche Wohnung ist ebenfalls bestens geeignet, um „magische“ Kohlsuppe zu kochen. Die war vor Jahren mal en vogue, weil man damit so toll abnehmen kann. Der Trick ist, dass man nichts anderes essen soll und das Zeugs nach Pups schmeckt. Ausserdem stinkt die ganze Bude und damit auch alle Kleidung und man selber. Die daraus entstehende soziale Isolation schnürt einem zusätzlich den Hals zu und man nimmt schneller ab, allerdings nur am Freundeskreis und nicht an der Plautze. Viel geiler am Bauch abnehmen kann man mit Weihnachtsplätzchen, wenn man Weizenmehl durch Fischmehl ersetzt. Schön dick Zuckerguss drauf und als Weihnachtsmann verkleidet verteilen. Die Hetzjagd, die ahnungslose Esser mit euch veranstalten werden „lassen die Pfunde purzeln.“ Ebenfalls prima „in shape“ kommt man bei den Hoppelveranstaltungen in vorweihnachtlich geschmückten Hafenklang. Wisse:

12.11.2012

Bier ist keine Hülsenfrucht“ ( Ernährungstipp gegenüber Dosenpfanderntehelfern)

Der Kreislauf des Lebens hat einige Haarnadelkurven, letztlich ist es aber wie bei allen Fahrgeschäften: Nach der 20. Runde kommen eigentlich keine Überraschungen mehr, aber für Übelkeit reicht es immer noch. Und da man während der Fahrt eh nicht aussteigen, ja nicht einmal die Hände zu weit rausstrecken soll, tuckern wir weiter munter herum und hoffen stets, dass auch bei der nächsten Runde die Mama noch da steht und zurück winkt. In diesem Bild ist Mutter mit Weihnachtsmarkt gleichzusetzen, denn die Sonnenuhr zählt nur heitere Stunden und der Mondkalender steht zwar wie jedes Jahr von Januar bis Dezember auf Saufen, kennt aber saisonale Abstufungen. Ihr könnt also beruhigt sein: Wenn es draussen schon wieder dunkel wird, bevor ihr aufgestanden seit, geht im Newsletter das Gehetze gegen Glühwein und andere Grausamkeiten der Unkultur wieder los. Adelskrone verpflichtet.
Bevor wir aber nach reichlichem „Genuss“ warmen Fusels wie jedes Jahr versuchen, Tannenbäume zu rasieren, Gehwegplatten abzuspielen um dann anschliessend beim Weihnachtsmann in seinem Pappkarton zu übernachten – davor sollten wir in uns gehen und die letzten Minuten dessen erspüren, was als Zeit zwischen den Dramen bekannt ist. Die frischen Dominosteine sind schon da, das beschissene Weihnachtsgedudel noch nicht. Während wir langsam runterzählen, die Termine der Woche im Hafenklang:

07.11.12

Essen sie das noch?“ (Mutprobe an der Käsetheke)

Bis heute habe ich nicht verstanden, was an Supermärkten super ist. Natürlich sind sie ein spannender Spielplatz für Leute, die gerne Sachen sortieren und es ist ein Dach drüber. Trotzdem scheint mir der Begriff etwas hoch gegriffen. Jedoch ist ein aufmerksamer Gang durch den Supermarkt ist wie eine Weltreise des kleinen Mannes. Man entdeckt nicht nur die dringend für den eigenen Bedarf nötigen Lebensmittel aus allen möglichen Ecken der weltweiten Nahrungsfabriken, sondern abseits der eigenen Trampelpfade Hinweise auf völlig andersartige Biosphären. Damit meine ich nicht die von Mitarbeitern im Süßigkeitenregal versteckten Eier, sondern Ecken vom Supermarkt, wo man nie ist. Was sind das zum Beispiel für Leute, die bei Penny Mettwurst im Glas kaufen? Oder einen der Gerümpel-Sonderposten, über die man immer stolpert? Es lohnt sich, einmal mit einem Einkaufswagen (statt bestenfalls mit einem Getränkekarton, weil man „eh nix kaufen wollte“), den Süpermarschee Gang für Gang abzufahren. Sachen gibt`s, die gibt`s. Und es ist nicht mal Staub auf der Verpackung, also werden sie bewegt… Wenn man dann seinen Einkauf stolz wie Lafontaine erst aus dem Regal in den Wagen, dann vom Wagen aufs Band, dann vom Band wieder in den Wagen zurück und von dort in Tüten und Papier packt und somit auch wirklich jeder Zeit hatte zu gucken, kann man sagen: „Sehet her, ihr Leute! So etwas kaufen schmucke People wie ich! Eine prachtvolle Selection, die meinem Wesen entspricht.“ Blöd nur, wenn alle Lebensmittel – ob fest, ob flüssig – in Dosen transportiert werden und man zugeben muss, dass man die beiden anderen Arten der Konservierungskunst (Tiefkühl und Tüte) aufgrund vergangener Garungsdesaster lieber ad acta gelegt hat und warme Nahrung nur noch per Telefon und Bringdienst zubereitet. Allen, die sich hier wiederfinden sei herzlich gratuliert: Ihr seid Premiummitglieder im Club der gescheiterten Existenzen.
Das Programm des Clubs unterm Tischbeingebäude sieht so aus:

30.10.2012

Verdammnis“ (Biberbestsellerbuch)
Eigentlich sollte dieser Text von der Pastinake, der Wurzel allen Übels, handeln. Ich konnte ihren Einfluss auf meinen Speiseplan aber inzwischen eindämmen und das Problem im Mülleimer isolieren. Bleibt genügend Zeit, sich mit der Weihnachtsbäckerei auseinander zu setzen, denn revolutionärer Logik folgend müsste ich jetzt darauf scharf sein, wo ich doch schon keine Kekse möchte. Arme sind aber genug vorhanden, es liegt einfach am Geschmack, dass die Dinger dort bleiben können, wo der Pfeffer wächst – Madagaskar, Gewürzregal, Bullengürtel.
Wenn Kekse essen schon keine Option ist, und Kekse herstellen (das ab jetzt zu verwendende Verb ist „Keksen“) nur bedingt Spass macht, weil immer wieder jemand seinen Kopf ins Mehl stößt und ruft „Ich bin Tony Montana!“ während andere Leute ihre angeblichen Allergien und Ernährungsvorlieben zu bedenken geben… Was macht der vernunftgelenkte Newsletterlesende dann? Die besten Bamse-Kekse der Welt. Was auch sonst? Wir lassen alles, was am Keksen scheiße ist, einfach weg und die Sachen, die Spass machen, machen wir noch geiler. Lifehack nennen Idioten so etwas.

Hafenklang Dauerkekse: Das beste am Keksen sind Geruch, gemeinsam in irgendwas rumwühlen, Formen aus plattgewalzter Pampe ausstechen und alles im Ofen verbrennen lassen. Genau genommen ist das bereits der ganze Vorgang.
Für den Geruch nehmen wir Benzin, das riecht jeder gern, die Pampe wird vegan aus Zeitungspapier und Wasser gemacht. Jetzt aus brauner Pappe (Lebkuchenersatz!) komischen Quatsch ausschneiden, die Zeitungspampe draufklatschen und alles in den Ofen bis der Rauchmelder anspringt. Zwischenzeit mit Sprühkleber schnüffeln überbrücken. Die fertigen Kekse halten ewig und können jedes Jahr wieder angesehen werden.
Im Hafenklang ansehen kann man sich die nächsten Tage folgendes: