04.09.2012

Zu jeder Schmandtat bereit!“ (aus „Kalte Küchen Kalauer für Leute mit spitzer Kochmütze“)
Der Newsletter beschäftigt sich immer wieder mit Kommunikation und geht so über das reine Bewerben der eigenen Veranstaltungen hinaus wie eine Lemminghorde beim Helgolandbesuch. (Der Erfolg dieser Massnahme spiegelt sich deutlicher im verwendeten Bild wider, als viele Leute glauben mögen, aber dazu irgendwann anders mal mehr). Videobotschaften, Kornkreise, Körpergeruch, Internettexte und Plakate sind meine liebste Arten der Kommunikation. Ich kann mich beinahe minutenlang vor einem Plakat aufhalten und liebe es, wenn die dünne Glasur des „gutgemeinten“ Risse bekommt und den Blick auf die wahnsinnigen Fehlentscheidungen freimacht, die wärend des Herstellungsprozesses getroffen wurden und nun nicht mehr aufzuhalten sind. Ein Plakat als Sinnbild eines Lebensentwurfs und Geistesglückskeks, der Newsletter als Tauchsieder der Seele. Doch worum geht es eigentlich? Frösche? Haltbarkeitsdatum? Anspielungen auf Zeiten längst vergangenen Ruhms? Nein, oder zumindest nicht ganz: Es geht um Hoden.
Vermittelbarkeit ist ein wichtiger Aspekt menschlichen Handelns. Viele Taten haben eine Aussenwirkung und man sollte sich zumindest manchmal überlegen, ob die eigenen Vorschläge irgendwie nachvollziehbar sind (der Newslettertext ist hier ausdrücklich ausgeschlossen).
Mein derzeitiger Diskrepanz-Hit ist das Plakat einer Tierrechtsgruppe, auf dem sich ein traurig guckender Hund in der Ukraine per Foto und Text mit einem dicken DANKE erkenntlich zeigen möchte, dass ihn ein spendenfinanziertes Rollkommando eingefangen und kastriert hat. Nun soll noch mehr Geld gesammelt werden, um noch mehr „… Streuner einzufangen, zu kastrieren und zu behandeln. 3000 Hunde haben sie bereits kastriert und behandelt, und sie machen weiter“
Ich habe an keiner Stelle im Text entdecken können, wie die Kastration das Leben der Streuner einfacher macht und dass die Tiere nach so einem Eingriff noch behandelt werden, sollte eigentlich so klar sein, dass man es nicht erwähnen braucht. Na, vielleicht stecke ich einfach nicht so sehr in der Kastrationsszene (heißt das bei Tieren eigentlich auch Bodymodification?), aber das ganze KLINGT ja noch nicht einmal euphemistisch. Im Angesicht des hodenlosen Hundes, der dafür auch noch Danke sagen soll: Mein Geld bleibt, wo es ist. Na, wie auch immer. Irgendjemand wird nun bestimmt wieder ganz böse über so viel Unkenntnis sein. Zum Glück dürfen Veganer nix mit Buttersäure machen.

Die genderneutralen Termine im Hafenklang

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