Archiv für Juli 2012

23.07.2012

Heißgetränk, Scheißgetränk.“ (Credo des vernunftgelenkten Menschen)

Sieht Ihr Newsletter auch so komisch aus? Das liegt daran, dass wir nun mit einem neuen System operieren. Das ist so modern, dass das anzeigende Gerät oft gar nicht weiß wo oben, geschweige denn unten ist und dann oft die tollsten Kapriolen passieren. Das Stichwort hierzu ist „Laser“.

Wenn ich mich schnell genug umdrehe, also schnell genug, dass eine innere Stimme auch noch Jahrzehnte nach der Kindheit die Bewegung mit einem energischen „PFFFFFFFJJJIIUU!“ untermalt – wenn ich mich also dermassen rasant bewege, dass die Fussballen qualmen und so manche Hautschuppe ihren angestammten Platz an der Epidermis verlässt und Will E. Coyote-gleich vor ihrem Absturz noch einen Augenblick in der Luft verweilt, wenn daher mein stellenweise „um-18.30-auf-einem-morgens-geschmierten-Brötchen-liegendes-Salatblatt“-welker Leib eine katzengleiche Pirouette vollführt, als hätte John Neumeier eine Derwischgruppe gecoacht, dann muss man vorsichtig sein. Das bockt zwar, aber ist nicht gesund, sowas.

Der Begriff „Schleudertrama“ ist in diesem Kontext weiträumig zu umfahren, denn eigentlich hat er nichts mit eigenmächtigem Umdrehen zu tun. Eher mit Verkehrsunfällen beiderlei Couleur. Speaking of that: Wir haben wieder Sommerdom und schon seit Jahren möchte ich ein neues Fahrgeschäft eröffnen. Es heißt „Die Traumaschleuder“, bewegt sich kreisförmig und macht viel mit Stroboskopen. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber es wird durch intelligent genutzte, beim Verschieben der Halswirbel entstehende kinetische Energie mehr Strom erzeugen als es verbraucht. Überschüsse werden aus Gründen der Tarnung nicht ins Strom-, sondern ins Abwassernetz eingespeist, denn dort liegt die Zukunft.

Jetzt schon in die Zukunft blicken kann man, wenn man sich die Termine ansieht, die diese Woche den Kalender des Hafenklangs spicken wie eine fleißige Hausfrau einen Rammlerrücken mit Speck. Besonders glänzende Veranstaltungen in nächster Nähe:

16.07.2012

Zwei Apfelsinen im Haar und an den Hüften Bananen“ (Bestandsaufnahme nach Unmutsbekundungen im Affenhaus)

Der Newsletter ist wie die Vogelspinne, bringt Spass ist aber auch viel langweilig. Generell fragt man sich, wo das alles enden soll. Karriere machen die anderen und wenn man sich ein bisschen in der Welt umsieht, stellt man fest, dass die tollsten Berufe wegbrechen und durch neue ersetzt werden, die keiner kennt. Geflügelgeschlechtsbestimmer ist zum Beispiel immer noch kein Ausbildungsberuf, obwohl kaum etwas das duale System der Geschlechtlichkeit so unterstützt. Andererseits wird im Anschluss nicht nur die geschlechtliche Identität, sondern das ganze Küken per shredder dekonstruiert, was vielleicht auch nicht immer im Sinne des gesellschaftlichen Diskurses steht. Früher wollten Jungs zum Beispiel Lokomotivführer. Soldat oder Pilot werden. Sieht man sich das heute an, scheint der Glanz verloren bzw. blinken Missverständnisse auf: Niemand möchte Ubahnlenker sein, geschweige denn mit „der Bahn“ auch nur in Verbindung gebracht werden. Die Bundeswehr hat sich nach Abschaffung der „Wehrpflicht“ komplett aus dem Bewusstsein der Jugendlichen gebeamt und selbst der Prestigejob Flugzeugfahrer ist irgendwie out. „Wenn ich groß bin, werde ich Pylon“ ist zumindest dem äußeren Erscheinungsbild nach der derzeit häufigste Wunsch. Na, warum auch nicht? Wikipedia beschreibt den Job im Sicherheitsgewerbe so: „Sie sind leicht transportabel, stapelbar sowie im Kollisionsfall weitgehend ungefährlich, da sie in der Regel fast gefahrlos überfahren werden können.“ Prima sind auch Berufsbezeichnungen wie Verkehrstöggel, wobei das irgendwie unanständig klingt und bei Schwiegermama sicher keinen guten Eindruck macht. Um das allegorische Pferd wie alle Schweinchen von hinten aufzuzäumen: Die beste Art, die Orientierung zu behalten sind großflächige Tätowierungen von Währungstabellen, ein Magnet und natürlich ein Kuhglockenpiercing an der Drosselgrube.

Die Vogelbeobachtungstermine im Hafenklang (Vorsicht! Brutzeit ist Brotzeit.):

09.07.2012

Das macht er sonst nie.“ (Rhetorikgleitcreme für jede Gelegenheit im Umgang mit Behörden, Ärzten, Wirten und anderen potentiellen (Geschäfts-)partnern)

Meine gute Freundin Christina Steinhöfel stellte einmal die richtige Frage: “Was essen wir jetzt? Mir ist langweilig.“ Ein krachendes Fanal der Völkerverständigung auf allen drei Seiten des Äquators. Das hat zwar überhaupt gar nichts mit dem Text der aktuellen Woche zu tun, befriedigt aber das Verschwörungstheoriekonstrukt der Leute, die glauben, diese Zeilen trügen autobiographische Züge.
Durchaus durch eigenes Erleben abgedeckt und nicht zum „nebenbei Essen“ geeignet wäre eine 70seitige Hasstirade auf Mobilfunkoligarchen, deren Selbstbetitelung als „Anbieter“ in Anbetracht ihrer versklavenden Bedingungen nur als zynisch eingeordnet werden kann. Der Verkehr mit solchen Konzernen ist eine Art Kontaktvirus, eine Haftmine des schlechten Geschmacks, ein Midasfluch der Beschissenheit. Alles, was damit in Berührung kommt, wird augenblicklich zu Scheiße. Lese oder höre ich von meinem aktuellen „Tarif“, habe ich sofort Kopfschmerzen. Ich fühle mich, als ob ich Kot erbrechen müsste und der „Tarif“ mit seinen Konditionen meine sämtlichen Körperflüssigkeiten in festen Stuhl verwandelt, der sich mahlend durch meine dafür nicht vorgesehenen Adern presst. Ich möchte laut schreien während ich geschätzte 50 Liter soeben entstandene Hassgülle aus allen Körperöffnungen flute.
… und von Sachen, die wirklich wichtig sind, fangen wir lieber gar nicht erst an, ein Bild zu malen. Besser schnell den Frust vom Handy runterfeiern!
Die Klingeltonveranstaltungen der Woche:

02.07.2012

„Wegen gestern ist heute geschlossen.“ Ich war doch auf der Fusion und es war wie jedes Mal: Wenn ich mich langweile, sollte man mir keinen Mikrofonzugang geben. Jedenfalls hat die alljährliche Kampagne „Schnaps für den Mann am Mikrofon“ wieder für eine Menge Umsatz in jeglicher Hinsicht gesorgt und der Newsletter legte ein black sabbatical ein.
In diesem Sinne: