Archiv für Juni 2012

25.06.2012

grau, grau, grau sind alle meine Kleider…“ (Kinderlied für Farbenblinde)

.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
Der heutige Text ist mehr als eine Art Anstarrwettbewerb zu verstehen und Du hast gewonnen. Es ist allerdings bei Deiner Visage auch kein Wunder, wenn andere zu blinzeln anfangen. Um es anders auszudrücken: Freut euch, es ist Fusionzeit! Horden von Menschen allerlei Couleur verlassen Hamburg, um stundenlang im Stau zu stehen. Und sich angesichts einiger anderer Besucher dann zu fragen, ob man das Müllpfand nicht auch mit Pappmäulern auffüllen könnte. Wegen Wertstoffrecycling und so.
Jedenfalls kann man sich in den relevanten Großstädten endlich mal gepflegt über die große Auswahl an Fahrradstellplätzen, freien Flächen im Park und generell über Bongo-Ruhe freuen. Was das Glück perfekt machen würde ist eine neue, kriminelle Trendsportart: Spacken von hinten den Leinenbeutelhenkel durchfiedeln und sich am Geräusch der am Boden zerspringenden Mateflasche ergötzen. Das Gejammer ist definitiv der neue Sommerklingeltonhit. Passend dazu gibt es nun das Hafenklang-Spar-Abo: Für Leute, die Montags zum Punkerstammtisch kommen, ist der Eintritt an dem Tag frei!
Die anderen, hochwertigen Termine (zum Teil gegen Schutzgebühr):

19.06.2012

Der zieht wie Hechtsuppe“ (Kokainistenwarnung, aus dem jiddischen)

Wenn der Kater nachlässt ist oft ein guter Zeitpunkt für ein bisschen Vulgar-Etymologie: Wo kommen eigentlich die Schimpfwörter her, die mir gestern an den Kopf geknallt wurden? Die Antwort ist meist in der Exegese eigener, längst vergessener nächtlicher sms zu finden bzw. in der Auswertung der Kameraüberwachung. Grund dafür ist oft Natriumglutamat, welches sich chemtrail-artig aus den Küchen (bzw. im privaten Bereich: dem Raum, wo die Mikrowelle steht) der geschmacklich minderbemittelten wabernd durch die Strassen wälzt. Das Leben im Dschungel der Großstadt ist eben gefährlich. Doch auch hier setzt bereits Brandrodung ein. Nur dass die entstehenden Flächen nicht mit Sojafeldern, sondern mit Friseursalons und Boutiquen aufgefüllt werden. Dem Feuchtbiotop „Gosse“ tut das nicht unbedingt gut und so manche liebgewonnene Unmöglichkeit verschwindet auf Nimmerwiedertschüssikowski. Zum Beispiel Leute mit selbstgestochener Harlekinsträne, die als Berufswunsch Zitronenfalter angaben und nicht den Schmetterling meinten. Das war so lange lustig, wie es noch viele von den taumelnden kleinen Dingern gab. Futsch. Eigentlich käme hier noch ein zweites Beispiel, welches den Text sauber abgerundet und dem Begriff Unmöglichkeit in einen vernünftigen Zusammenhang bei der Verwendung mit Menschen gesetzt hätte. Aber das würde dann zuviel GEMA kosten. Also flugs ins Hafenklang, solange man sich den Eintritt noch leisten kann!
Die Termine der Woche:

13.06.2012

Käse ist Folter – Folter ist Käse“ (international vegan amnesty)
Wenn das der Sommer ist, hab ich sonst kein Gesprächsthema. Ein vernünftiger Sommer sorgt dafür, dass alle Zahnfleischlächler braune Wurzeln bekommen, und das ist nicht politisch gemeint, sondern dem schlechten Geschmack der Sonnencreme geschuldet. Sonnenmilch ist abzulehnen, da sie unethisch „gewonnen“ wird (vergl. Wochenmotto) und Sonnenöl funktioniert nur, wenn es kalt gepresst wird. Was ja angesichts der Temperaturen auf der Sonne schlicht unmöglich ist. Scheissdreck also. In einem sommerlichen Rechtsstaat muss es erlaubt sein, sich jederzeit den Körperpullover mit Bodygroomer und Uhu flinke Flasche zu einer „Master of the Universe“ mäßigen Fellbüchs umzustricken, damit aufgrund aussergewöhnlicher Ernährung der GANZE Körper als Leckstein funktionieren kann. Menschenrecht muss den Menschen Recht gemacht werden! Das funktioniert am besten mit Natriumglutamat, eine Tatsache die Leute in Uniform stets weniger interessiert hat als Leute in Schlüpfern aus Eigenhaar. Denn natürlich muss die Demokratie gelegentlich gebadet werden, jedoch nicht in Blut (sonst hieße sie Siegfried), sondern in sommerlicher Liebe. Und dann gesalbt sowie mit flauschigen Tüchern abgetupft werden. So, liebe Leser*innen und aussen, sieht politische Willensbildung aus. Die basisdemokratisch ausgelosten Termine der Woche im Hafenklang (alle Uhrzeiten in Sommerzeit):

05.06.2012

Deutschland halt’s Maul und zieh dir was an.“ (gutgemeinter Rat, nicht nur anlässlich der EM)

Wenn man das Gefühl hat, neben sich zu stehen – ist das noch Tüffeligkeit oder schon eine Outer-body-experience? Und gibt es so was überhaupt? Vermutlich schon, denn nicht nur in Hamburg passieren gerade wieder Sachen, die sich am besten mit „Das kann ja wohl nicht wahr sein!“ umschreiben lassen. Wo Gummigeschosse herbeigewünscht werden, damit sich manche Beamte nicht mehr den Daumen an der „Pfeffer“spraykartusche wunddrücken müssen, sondern auf größere Distanz unkontrolliert für erschreckende Verletzungen sorgen können, da stellt sich doch die Frage, wieviele Realitäten so nebeneinander existieren können.
Nun, kommen wir lieber zu etwas völlig anderem: Martin Semmelrogge zum Beispiel. Oder meinem Hass auf Hühner. Die Viecher sind echt widerlich und sollten nirgendwo mehr Erwähung finden. Neulich habe ich einen Tierrechtler gesehen, auf dessen Shirt „because they don’t have a voice I’ll never stop using mine“ oder etwas sinngemässes stand. Jedenfalls war der Spruch mit einem Haufen Hüher in einer Legebatterie illustriert. Wer schon einmal morgens auf einem Bauernhof war oder in der Nähe einer Legebatterie… na, jedenfalls: Leise geht anders. Das bedeutet nicht, dass ich Massentierhaltung abfeiere, ich wundere mich nur über die Unkenntnis. Gänse z.B. wurden im Altertum als Alarmanlage genutzt und Hühner sind nicht viel leiser.
Normalerweise müsste hier nun irgendein skurilles Thema kommen, damit wieder alle zufrieden sind. Kommt aber noch nicht, wie Godot. Vielleicht ja nächste Woche. Anstatt aber die ganze Zeit „right in the middle of nowhere“ rumzuschimmeln, kann man lieber im Hafenklang abhängen und das Fleisch zart, aber bissfest werden lassen. Die Haltbarkeitsdaten der Woche (Gesichtsbeisser bleiben draussen!):

Das war`s dann wohl.

Das Privileg der Jugend ist es, Dinge zu machen, die sonst keiner versteht bzw. alle anderen scheisse finden. Ich kann ja so einiges nachvollziehen, aber das hier ist dann wohl mein Rubicon auf dem Weg Richtung Altenteil.