Archiv für April 2012

30.04.2012

Welches Arschloch sein Tier auf dem Rücken trägt?“ (Aus dem Buch „Scherzfragen mit Yoda – Pointen verschenken ohne Not“)

Bevor der Text richtig, richtig losgehen kann, müssen wir uns einen Augenblick gedulden, denn wir warten noch auf zwei Busse. Herrn und Frau Busse, die sind noch bei Fips Asmussen.

Tü-Tüü-tütütütütü-tüü tü-tü-tütütü-tü
(Zu zwitscherndes Zwischenspiel zwecks Zeitvertreib; Alternativ die Fingernägel mit einem Stiletto säubern, aber wer hat das schon noch? Die meisten Leute haben ja nicht mal mehr nen Kamm in der Hose. Oder ne Schachtel Zigaretten im T-Shirtärmel. Und da sage mal jemand, mit der Jugend ginge es bergab.)

Wer ausgiebigst in den Mai feiern will, dem sei der heutige Abend ans Herz gelegt. Der Monatswechsel aus dem April heraus eignet sich dafür am besten, ist die Party doch gerade richtig lang. Ausserdem kann jeder selbst entscheiden, wie weit er oder sie in den Monat hineinfeiern möchte. Gründe gibt es mannigfaltig: Nacktduscher freuen sich, dass das Wetter besser wird, Eso-Hippies knallen die letzten Stechapfelreste weg und walpurgissen Bibi Blockberg-mäßig vor sich hin, Pyromanen übertreffen die Osterfeuer mit nem Maifeuer, die einen Partygänger schmeissen Pillen, die anderen Scheiben ein. Getanzt wird überall. Oder gesoffen. Egal, Hauptsache Italien.

Was immer ein bisschen in Vergessenheit gerät: Der bekloppte Hitler hat sich am 30.4. umgebracht. Locker 15 Jahre zu spät, aber immerhin. Dessen beschruppte Anhänger murmeln am morgigen ersten Mai – wie immer in völliger Unkenntnis sämtlicher historischer Ereignisse – unter anderem in Neumünster durch die Gegend. Wer nix zu tun hat, kann da ja mal vorbeigucken. Gibt auch Würstchen.
Die anderen (gefälligst nazifreien) Termine der Woche:

24.04.2012

Everyday is sunday when you’re unemployed“ (Schleckers)

Der Countdown läuft: Am ersten Mai ist große Revolution – irgendwat passiert mit dem Satellitenfernsehen. Noch ist Zeit um was zu ändern, noch ist Zeit um was zu tun (Toxoplasma). Aber Satellitenfernsehen ist ohnehin nicht mehr das, was es mal war. Früher, als die Schüsseln noch rund und riesig waren, hatte diese Art des fernguckens noch den Ruch des rebellischen. 3Sat und andere Programme, die keiner kannte und die die hinteren Seiten der Fernsehzeitung bevölkerten konnten verblüffen und „die Schüssel“ kam natürlich von der Firma mit einem der griffigsten Namen aller Zeiten „SatAn“. Der Teufel steckte hier im Detail. Ausserdem hatte man im Winter was zum Eisbälle gegenwerfen. Über den Einschlag schön den Anpeilwinkel verstellen ohne jemandem die danebenliegende Wohnzimmerscheibe einzuschmeissen erforderte eine Hand-Auge-Koordination, an die sich sicherlich einige Beamte in den letzten 25 Jahren gut erinnern können.
Doch die Zeiten ändern sich und ein wenn ein Naseweis früher ein Synonym für Besserwisser war, so hat man heutzutage – auch durch mangelnde Rechtschreibkenntnisse – eher das Bild eines pulververkrusteten Klugscheissers vor Augen. Doch hier gilt wie überall: Keine Namen, keine Zusammenhänge.
Dementsprechend ansatzlos bieten wir diese Woche folgende Termine:

Well, fuck that.

Wenn man von Zeit zu Zeit mit Schnaps im Bauch und Trauer im Herzen feststellt, dass es nicht nur am eigenen Verhalten liegt, wenn die Anzahl der Freunde abnimmt, sondern manchmal eben auch an ganz banalem Scheiss… wird die Situation trotzdem nicht besser. Seit Sonntag ist die Welt ein Stück langweiliger.

tschüs.

16.04.2012

Der Name Güstrow kommt aus dem Altpolabischen von Guščerov (Eidechsenort), was sich von guščer für Eidechse ableitet.“ („1000 Gründe für Lokalpatriotismus“, Band 7 „Ortsnamen von Güstrow bis Hundeluft“)

Es ist glatt draussen, daher muss diese Woche ein kurz-knackiges geistiges Einrenken langen:
Wenn man das Hobby zum Beruf macht, ist man oft unglücklicher als anders herum. Zumindest in einem sogenannten Angestelltenverhältnis. Ganz lustige Leute meinen, mit Sprüchen wie „Das Leben ist mein Hobby“ überzeugen zu können. Betrachtet man ihr „Hobby“ jedoch genauer, möchte man ihnen raten, sich schleunigst was anderes zu suchen, denn fast immer sind sie in diesem Zeitvertreib ziemlich mies. „Nimm dir dein Leben, es gehört dir“ wird aber meist in beiden Bedeutungen ignoriert. Also lassen auch wir solch Ungemach mit wehender Schnapsfahne hinter uns und gleiten mit Doppelschrittdrehung auf Glattledersohlen zum nächsten, nicht minder gerontophilen Thema: Dem alten Affen Angst. Dieser rüstige, stets teilrasierte Silberrücken des Unterbewusstseins schafft es täglich aufs neue, durch Obst- und Fäkalwürfe für ein Klima der Betroffenheit zu sorgen, das seinesgleichen stets sucht, jedoch nie findet und darum immer leicht geknickt ist. Origami ist sein Name. Freien Platz zum Entfalten hat man bei den Ausdruckstanz-in-den-Mai-Wochen im Hafenklang. Hier die Termine:

Klingelingeling, hier kommt der Ohrenmann

„Ohrenbetäubende Stille“ macht sich nicht nur nach schlechten Witzen breit. Manchmal reicht es auch, wenn man früher auf den richtigen Konzerten mehrfach vor der Box eingeschlafen ist. Die Hippies hören sich Vogelgezwitscher oder Meeresrauschen an, die Speerspitze der Gentrifizierung schwört auf „die Strasse“. Ganz großer Kracher: das Ding in der Wohnung laut abspielen. Dauert ne ganze Weile, bis die Nachbarn begriffen haben, dass das nicht von draussen kommt. Und selbst dann werden sie nicht verstehen, was man da tut. Und darum machen wir das alles ja.

10.04.2012

Freiheit ist, sich nicht entschuldigen zu müssen.“ (im Ernst: ich kann mir nun nicht auch noch merken, wer das gesagt hat. Denkt euch was aus. Mach ich ja auch immer.)

Nicht alles wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Kopfsalat ist ein klassisches Gegenbeispiel, obwohl der klassische Salatkopf mit den riesigen Schlabberblättern kaum noch zum Verzehr verwendet wird. Vielmehr ist er inzwischen eine Art Retro-Dekoration, die „Eiche rustikal“ der Beilagenkultur, ein Schicksal wie ein hartgegartes Ei mit Mayonaise. Doch sprechen wir nicht mehr vom Eiern, Ostern ist vorbei und das ist gut so. In irgendeiner Art wollte ich mich noch zum allgemeinen Bashen der Gratiskulturmentalität des Internetjusas äussern, doch ich scheine falsch im Text abgebogen zu sein und der im englischen so bekannte „magic moment“ ist unwiderbringlich kapeister. Erzähle ich eben von meinen großartigen Urlaubsplänen für die Sommermonate Mai bis Oktober: Ich fahre zum Robbenpulen nach Grönland. Seit Ewigkeiten habe ich alle Eurocentmünzen in einer speziell verstärkten, blickdichten Sparstrumpfhose gesammelt. Inzwischen hat sie ein Gesamtgewicht von 35 kg und morgen gehts mit zahlreichen Leinenbeuteln erst zur Bank und dann mit dem eingezahlten Geld ins Reisebureau! Ich weiß nicht, ob die da vernünftige Internetze haben, daher schreibe ich bereits jetzt ein paar Texte vor. Sollten die die nächsten Wochen also nicht so aktuell sein: siehe oben. Für die brandaktuellen Termine samt Hitzeblubber: siehe hier

Mnusic was my first love…

03.04.2012

Oh, war ich das?“ (klassischer Eremitenscherz)
Sieben Woche ohne! Bald ist es geschafft, dann darf ich mich laut Richter wieder im Gebüsch vor SEINER Wohnung aufhalten. Die verbleibenden Tage bis Ostern lassen sich an einer Hand abzählen, man müsste es nur wollen und vielleicht einige Stellen hexadezimal einordnen. Bis das fertig ist, sollte sich auch das leidige Thema Hafengeburtstag erledigt haben. Fingernägel schneiden nicht vergessen! Wobei es natürlich immer besser ist, zu feilen. Horn wird gefeilt, sonst franst es aus und sieht aus wie Hamm, um mit der Erklärung innerhalb der Stadtgrenze zu bleiben. Doch was tun, wenn man zum Feilen keine Zeit hat? Dann ist Schneiden die bessere Alternative zum Knipsen. Ich werde versuchen, die Hornpflegehierarchie unter Nachhaltigkeits- und Pflegeaspekten in eine sogenannte Rumsbumsreihe zu stellen. Das ist eine Tabelle, die nicht in Tabellenform, sondern seriell hintereinander wech „daherkommt“.
Feilen > Schneiden (Schere) > Knipsen > Schneiden (Messer) > Hobeln > Kauen/Knibbeln > Creme > kontrolliertes Feuer > Epilieren > permanente Lösungen.

…Jep, hat geklappt.

Frisch gepflegt kann man diese Woche hierzu osterhäsisch abhoppeln: