Archiv für März 2012

27.3.2012

good night baby / the milkman’s on his way“ (vegan one-night-stand)

Komische Woche, so ohne Rücktritt eines CDU Politikers. Kümmern wir uns also lieber um Sachen, die interessanter sind: Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung. Prokaryonten zum Beispiel haben wenig Abwechslung im Speiseplan und ihr Sexualleben ist keines. Das unterscheidet sie auf den ersten Blick nicht vom durchschnittlichen Single, jedoch fehlt ihnen neben einer Perspektive auch das endoplasmatische Retikulum: das Netzwerk, ohne welches viele Dinge noch weniger Spass machten als ohnehin schon. Was hingegen unglaublichen Spass machen kann, ist eine neue frühlingsfrische Zweitfrisur. Richtig ausgeführt tut Haareschneiden nur der Schere weh, man selbst hat nur ein bisschen Muskelkater und muss aufpassen, dass alle empfindlichen Körperteile stets ausserhalb des Staubsaugers bleiben. Im Zweifelsfall die wackligen Stellen mit Tesa oder Fimo fixieren. Absolute Avantgarde sind Filze, auf die man vorher mit Schütthaar eine Zweitfrisur appliziert hat und die man überall am Körper unter der Kleidung rausluschern lassen kann. Bamse! Derart ausgestattet klappt es auch, so lange beim Bäcker anstehen zu dürfen, bis man was bestellen kann. Die buchstäblich erstanden Brötchen kann man dann zuhause anschreien, bis der Käse schmilzt und das ist das schönste Erlebnis, mit dem dieses Jahr zu rechnen ist. Abgesehen von den Terminen der Woche. Doch sehen sie selbst!

Flurbereinigung

Mir ist eben aufgefallen, dass eine der Sternstunden zum Thema Treehugging hier noch gar nicht gezeigt wurde. Passend zum Frühling fliessen die Säfte: „one juiced-up asian“ gegen die scheiss Natur.

Wem davon zu warm geworden ist, der kann sich von den Jungs hier Luft zufächeln lassen. Die Technik ist glaub ich nur halb so scheiße, wie sie aussieht, aber das mit den Tritten sollten sie definitv lassen.

…und dann ist da noch Karate. Falls man mal von einer Gruppe Eisblöcke oder von (nicht mit) Baustoffen angegriffen wird. Karate scheint dem Godzillaprinzip im kleinen schon Jahrhunderte vorgegriffen zu haben. Woher dieser Hass auf Gegenstände kommt, vermag ich nicht zu sagen.

Kontaktanzeige

grammatik

Also, ich find’s gut.

19.03.2011

Je später die Gäste, desto schöner der Abend“ (Motto der Tagschicht im Gastronomiegewerbe)

Erst kürzlich stellte ich fest, dass der Newsletter auch ausserhalb des schützenden Nestes der Hafenklangnewsletter-Abonnent_*Innen, -abonnentinnen und -abonnenten gezeigt und manchmal sogar gelesen wird (erwähnte ich, dass nach Zeichen gezahlt wird? Da kann man ruhig mal auf „politisch“ mehr oder minder korrekte Formulierungen zurückgreifen). „Überraschend“, wie Spock niemals sagte. Zeit, betriebsfremden Personen die Laune zu verderben:
Eine unangebrachte Umschreibung für geschlechtlichen Verkehr ist Fleischlego. In Zeiten von wechselnden Ernährungsgewohnheiten und der Dekonstruktion der geschlechtlichen Dualität schlage ich einen neuen Begriff vor: Körpertetris. Bei Tetris gibts viel mehr unterschiedliche Teile und es muss auch nicht immer im Stecksystem gearbeitet werden. Ausserdem kommt nie gerade das Klötzchen vorbei, das man eigentlich benötigt: Eine Nuance, welche die Probleme der Partersuche inkludiert. Dass es Körpertetris bereits als Begriff gibt, hat nichts zu bedeuten. Remix regiert, Säugling!
Langsam wird es Zeit, den bunten Weihnachtsteller vor die Tür zu stellen und die ersten Eier zu verstecken, damit man sie zu Ostern durch interessanten Geruch leichter finden kann. Und tatsächlich sollte man sich ein bisschen beeilen, denn das nächste Wochenende wird ganz schön kurz, weil wieder mal eine Stunde unserer kostbaren Verschwendungszeit geklaut wird. Also: die Abende bis Freitag geniessen und am Sonnabend dann eben etwas härter feiern! Die genauen Termine der Woche:

13.03.2012

„…“ (das einleitende Zitat für diese Woche wurde aus sittlichen Gründen gesperrt und ist auch nicht nach 22.00 Uhr sichtbar)

Manchmal macht man es sich zu leicht. Und das ist keine Anspielung auf den ehemaligen Buprä, der nun versucht als DJ Fuß zu fassen. Erste Beweise für seine Fähigkeit, das perfekte Set zusammen zu stellen hat er ja bei der Zapfenparty bewiesen. Schade ist, dass „Ebony and Ivory“ vom staatlichen Spielmannszug als „zu schwierig“ abgelehnt wurde. Glücklicherweise fand sich am anderen Spree-Ufer noch eine Gruppe Musikanten, die diese strahlende Hymne der Toleranz und Menschenwürde so vorgetragen hat, wie sie ürsprünglich gedacht war: auf Vuvuzelas. Und wer macht es sich nun zu leicht? Das zu verraten, wäre zu einfach!
Was ich verraten kann: Der Markt für erotisches Feng Shui ist gesättigt. Ich verweise auf die Seite farbenundleben.de/lustliebe/schlafzimmererotik.htm und verneige mein Haupt in Ehrfurcht. Alleine die Rubrik „lustliebe“ ist eine Sternstunde der Namensgebung, Design und Inhalt der Seite sind ideal auf einander abgestimmt (vergl. „Ebony and Ivory“). Die Farbsprache der Sinnlichkeit ist ebenfalls endlich einleuchtend aufgeschlüsselt worden: Grün steht natürlich für „-verantwortungsbewußte Erotik z. B. für karrieregetriebene Workaholics“ (Fehler im Original). Auch die geschaltete Werbung scheint top-seriös. Der sicherlich nicht nur mir vollkommen unbekannte Berhard Sänger aus Groß-Umstadt berichtet folgendes: „Ich habe 1.050 € verdient in 45 Minuten mit einer Kaufoption auf EUR/USD Und wie ich erwartet hatte, stieg der Preis und ich hatte einen netten Gewinn in der Tasche“. Die Aussage macht mit jedem Mal lesen weniger Sinn. Überhaupt: Ist da nun noch mehr drin als die 1.050? Und sind das nun eintausendfünfzig oder eins komma nullfünfnull Euros? Der abschliessende Hinweis „Der Handel mit Binären Optionen birgt hohe Verlustrisiken“ lässt mich schneller zum Sparbuch greifen als einen Hippie zum Dinkelbrötchen. Nicht näher beschriebener netter Gewinn, ich komme!
…Inzwischen sollte jedem aufgefallen sein, wer dieses Mal wieder keine Lust hatte, sich einen eigenen Text auszudenken (s.o.). Zeit für die gelben (also „heiteren, vom Alltag losgelöst spielerisch-aktiven“) Termine der Woche:

06.03.2012

…hast Du gar keinen Hass auf Bullen? Nein, aber ich fühl mich besser, wenn keine da sind.“ (Filmzitat-Raten für Fortgeschrittene)

Sich wochenaktuell schriftlich zum Beispiel über die „nur für den internen Gebrauch und überhaupt gar nicht so gemeinten“ Polizeikalender aufzuregen, ist leider nicht möglich, da ich spätestens beim zweiten Satz beginne, den Text mit der kompletten Faust in die Tastatur zu hämmern. Na, vielleicht nächste Woche. Wir bleiben unverfänglich.

Die Welt zeigt sich in ihrem neuen Gewand aus eitel Sonnenschein. Wie so oft sah das Gewand im Katalog leider besser aus, mit anderen Worten: So richtig sitzt das alles noch nicht bzw. es ist zwar Frühling, aber immer noch arschkalt. Was wiederum Jacke wie Büchs ist, denn wir haben wahrhaft andere Probleme. Zum Beispiel lässige Floskeln. Die sprachliche Wandlungsfähigkeit gleicht einer Bodenerosion wie sie Emmen im Trichter des Ameisenlöwen nicht schrecklicher erleben können. Soll heissen: Man versucht, zu entkommen, wird aber ständig mit dem gleichen Scheiss beschmissen, bis man endgültig den Boden unter den Füssen verliert und hinabgleitet in die Niederungen der Gleichgültigkeit. Veranschaulichendes Beispiel: Egal, ob Massenkarambolage auf der Autobahn, Völkermord oder selbstverletzender Rauschmittelkonsum – alles ist „krass“. Findet ein Sachverhalt Zustimmung, ist er seit einiger Zeit zum Glück nicht mehr „fett“, sondern meistens „stark“. Ob das Ausdruck wachsenden Körperbewusstseins ist, weiß ich nicht, geht mir aber ebenfalls auf Keimdrüsen. Damit ihr mal was anderes sagen könnt, lohnt der Blick nach Schweden. Fortschrittliche Menschen auf der Höhe der Zeit rufen ab sofort bei jeder Gelegenheit „Bamse!“. Ist so ähnlich wie „stark“, nur anders. Bitteschön. Ebenso wie dieser Text besser zum Tanzen als zum Lesen geeignet: Die Termine der Woche!