Archiv für Februar 2012

28.02.2012

und ob ich schon wanderte im Tal des Niveau, gab’s keine Angst vor Kopfschmerz, denn der Anspruch hing low.“ (H.Durst und die Humorsoldaten)

Der biblische Flow des wöchentlichen Leitmotivs weist die Richtung, diese Woche geht es um Rap: Die Musikrichtung, die den Markt für stammelnd vorgetragene Hörbücher aller Art freigemacht hat. Vielleicht geht es auch um Hip Hop, ich verstehe den Unterschied nicht, muss mir aber totgerittene Jugendkultur auch nicht von ehemals jugendlichen erklären lassen. Reden wir lieber von Inhalten, Bitches. Wichtigster Inhalt: Business. Ganz wichtig! Business, Fame und Corners. Fürs Business braucht man neben street credibility, Farbschwäche und einem Hass auf Orthografie noch viele andere „Soft skills“, essentiell aber ist der Faktor Standort. Mad Hustler werden kann man z.B. nur in Bönen, erfolgreich hingegen eher in einer crimecity wie Hamburg. Wenn man seinen „Shit“ wetterunabhängig an den Mann und die Frau bringen will, sollte man sich ein Büro zulegen. Möglichst ausserhalb der elterlichen Wohnung, macht mehr Eindruck. Mit Glück findet man in Hamburg auch noch ein freies Büro, obwohl gerade ein bisschen Mangel zu herrschen scheint. Sonst würden nicht noch mehr gebaut werden. Das große Problem der Planwirtschaft war ja, dass sie immer an den Bedürfnissen der Menschen vorbei produzierte, wohingegen in der freien Marktwirtschaft stets geguckt wird, wo gerade die Nachfrage besteht und entsprechend das Angebot modifiziert wird. Werbung trägt hierzu ihren Teil bei und zeigt potentiellen Kunden, was zu ihnen passt. Ich fahre z.B. fast täglich an einem leeren Büro vorbei, das mit folgendem Banner beworben wird: „Guck mal! Tierisch guter Standort!“. Dieser sympathische Spruch ist passenderweise mit dem Foto eines Geiers illustriert. Also einem Tier, das sich von Aas ernährt. Ein dezenter Hinweis auf das Vertrauen in die Fähigkeiten potentieller Mieter. Ich überlege nun, mich selbstständig zu machen, am besten in Kooperation mit den Gestaltern des Banners. Mögliche Geschäftszweige: Lieferservice für Hülsenfruchtsuppen, Nigerianische Anlagebetreuung, Kaffeefahrten für Klingeltöne, erotisches Feng Shui.
Weitere Details aus der Welt von HipHop und Hochfinanz erfahren Sie vielleicht nächste Woche an dieser Stelle, zuerst jedoch die Termine bis dahin:

21.02.2012

It´s better to fade out than to burn down.“ (Alte Verstärkerregel, gilt nicht für Manowar)

Enfants, enfants war das wieder eine spannende Woche! Zur Abwechslung hat ein CDU Politiker vor Ablauf seiner Amtszeit abgeklopft. Scheint modern zu sein. Auch weil viele Leute diesen Rücktritt mit „Das Handtuch werfen“ umschreiben – wenn man schon mit blumigen Umschreibungen aus der Welt des Sports arbeiten möchte, sollte man überlegen, was man da tut. Das sprichwörtliche Frottee werfen kann nur die Ringecke, sonst müsste ja jeder noch einen Stofflappen im Ring dabei haben. (Das Verwechseln der aktiv Beteiligten funktioniert übrigens genauso mit Entschuldigungen. Können auch nur die anderen, nicht man selbst.) Bevor wir uns nun aber wieder im Unterholz des Offensichtlichen verschanzen, reden wir lieber über tatsächlich spannendes: Saugspannung im Porenwasser! „Nach dem Gesetz von Hage-Poiseuille nimmt ein laminarer Durchfluss durch ein Rohr mit der vierten Potenz des Radius des Rohres ab; daher nimmt mit steigender Saugspannung im Boden nicht nur der Wassergehalt, sondern auch die Wasserleitfähigkeit (diese sogar drastisch) ab.“ (wikipedia)
Was das für das abendliche Trinkverhalten bedeutet, kann man am besten nachvollziehen, wenn man eine handvoll Mutterboden möglichst unbeschadet in einem jungfräulichen Teefilter mit Klebeband am Brustbein fixiert. Dieses Experiment ist übrigens nicht einmal halb so absurd, wie es sich beschreiben lässt. Viele Sachen sind eben seltsam, wenn man sie erklären muss und bei einem sachlich-reflektierten Blick „irgendwie peinlich“. Gutes Beispiel: Tanzverhalten bei großartigen Veranstaltungen.
Die Möglichkeiten zum Selbstversuch in dieser Woche:

Wulff gelaufen…

Wenn jetzt jemand denkt, ich könne mich um jeden davon gelaufenen CDU Politiker kümmern: Falsch. Das Besondere ist ja inzwischen eher, wenn einer von denen mal über ne ganze Amtszeit durchhält.
Stattdessen ein Video über Kükengeschlechtsbestimmung.

13.02.1012

Quietscheentchen, nur mit dir…“ (Whitney Houston)

Geschichten, die das Leben schreit. So könnte man den Newsletter beschreiben. Sollte man aber nicht. Denn jede Schneeflocke schmeckt anders, vor allem die, die schon länger liegen. Zeit also, sich brandaktuellen Themen zuzuwenden und als erster mit pietätlosen Assoziationen wie Grammy / Barschel / Badewanne aufzuwarten und so Verschwörungstheorien ein Fundament zu geben. Beim nächsten Scherz ist 9:52 – prüft es nach, vorher hat sich noch keiner getraut. (Ich sag es nur, weil die elektronische Post ja auch immer so lange dauert und andere Vertriebswege kürzer wären als ein Micropenis in Eiswasser, wir aber nun mal diesen Weg gewählt haben. Mit anderen Worten: Bis DU das liest, ist schon wieder alles vorbei.) Vorbei ist auch die Zeit von M. „Kugel“ Schreiber. Der sympathische Unsympath hat anlässlich seines Rücktritts von Mitarbeitern angeblich100 Rosen geschenkt bekommen. Ein Kaktus wäre passender, allerdings leichter zu transportieren gewesen. Ganz schön gewitzt, die Innenbehörde. Nun ja: „Glück ab!“, wie die Fallschirmspringer sagen. Angesichts der Karriereaussichten vielleicht ganz passend.
Glänzende Aussichten auf die Termine der Woche gibt es hingegen hier:

06.02.2012

We must not judge people by the color of their skin but by their annoying personalities“ (stimmt)

Das Wetter als solches ist immer ein Garant für grandiosen Smalltalk, vor allem, wenn sonst ca. nix los ist. Wie z.B. diese Woche im Hafenklang. Was den Bands einfällt, einfach mit dem dicken Arsch zuhause zu bleiben, kann ich nicht nachvollziehen. Andererseits kommt man nun endlich mal zu anderen Dingen. Nur zu welchen? An kalten Laternen lecken?
Bekloppte Ideen gibt es ja haufenweise und wenn man als Kind nur immer fest genug aufs Quecksilberthermometer gebissen hat, machen viele sogar Sinn und Beweise finden sich überall. Die „Richtigkeit“ von Rassismus kann man zum Beispiel anhand von Glasrecycling erklären. Hier darf sich „weißes“ Glas nicht mit den anderen Farben mischen, sonst ist der ganze Container for the cat. Die braunen Flaschen bleiben ebenfalls unter sich und bei den Grünen darf jeder mitmachen, auch andere Farben. Da sich Nazis oft der absurdesten Analogien bedienen, sollte es nicht lange dauern, bis es Vertreter der Flaschen-Ideologie geben wird. Obwohl man Trottel nicht noch mit unterstützenden Ideen anfüttern sollte, hätte es einen gewissen Reiz, wenn Rassisten sich selbst als die zerbrechlichen Hohlkörper bezeichneten, die sie sind.
Ein etwas anderer Zugang zur Verbindung Nazis/Rassisten und Glasflaschen könnte einem in den Sinn kommen, wenn man feststellt, dass schon wieder Februar ist und die Faschospinner am 13. bzw. 18.2. europaweit anreisen, um allen in Dresden auf den Keks zu gehen. Kurzversion: Hin da! Aufmarsch blockieren und verhindern, den Nazis Anreise, Abreise und Aufenthalt so unangenehm wie möglich machen. Natürlich friedlich, denn Gewalt ist immer auch Gewalt und darum fahren wir maximal zum Küssen hin. Termine der Infoveranstaltungen sind gut im Netz zu finden, die davon völlig unabhängigen Termine im Hafenklang sind hier:

Weekend in a nutshell

Für alle (nicht-epileptischen) Technofreunde, die gerne Drogen nehmen würden, aber Skrupel oder einfach kein Geld haben: Hier ein Link, der tagelange Parties in unter einer Minute zusammen fasst. Viel Spass. Richtig gesund ist das übrigens auch nicht. Wem das zu doll war oder wer noch auf ne andere Feier will: da.
Zum Abschluss lieber etwas entspannendes. Sehr viel besser für den Körper und mein Veranstaltungstipp für den Februar.