Archiv für Oktober 2011

26.10.2011

Let´s lynch the landlord!“ (Dead Kennedys)

Bei allen Bemühungen, aktuelle Ereignisse der Weltpolitik zu beschreiben und unter dem Gesichtspunkt des Veranstaltungsprogrammes der Liebesschaukel-Instanz HAFENKLANG zu bewerten – man kommt einfach nicht hinterher! Und die Frequenz auf tägliche Post vom Club mit der höchsten MitarbeiterInnenzufriedenheit aller Zeiten und Länder zu erhöhen, würde bedeuten, dass ihr noch mehr Zeit auf der Arbeit verdaddeln würdet. Und wer soll dann mein Harz 4 zahlen?!

Ferner habe ich gerade so gar keine Zeit, etwas aufzuschreiben, ich muss Systemlotto spielen. Themen diese Woche sind folgende, die Pointen bitte selber einfügen

- Bin Laden wurde im Meer versenkt, Gaddafi in der Wüste verscharrt –
geschmacklose Bemerkung zu Feng Shui und Elementenlehre der Alchemisten

- Gaddafi sieht tot aus wie Mickey Rourke lebendig. Zufall oder nicht?

- Jobchance für Steueropfer / Frisurengott Nicolas Cage als Double von Kim Jong Il?

Hamburg 29.10. um 13.00 am Millerntor: Demonstration „Mietenwahnsinn stoppen!“ Anschliessend weiter Wohnungsschlüssel suchen.

Mann, mit den Themen hätte das diese Woche echt was sein können. Pech gehabt. Frust wegtanzen bei folgenden Terminen:

18.10.2011

„Oh, you hate your job? Why didn’t you say so? There’s a support group for that. It’s called EVERYBODY and they meet at the bar.“ (G. Carlin)

Der Newsletter ist immer auch ein Seelenspiegel. Sowohl für den Schreiberling als auch für Lesende. Meist ist er jedoch aus schlechtem Material und man erkennt ungefähr gar nichts, so sehr man auch wienert, gell? Resp. „Küß die Hand“. …das aber nur nebenbei. Es dräut viel größeres Ungemach: Weihnachten. Das jedes Jahr länger zu dauern scheint. Adventskalender, Kekse und Glühwein stehen schon im Regal und teilen sich interessanterweise den Platz mit Wurst und Grillkohle. Alles kann, nichts muss. Die Beliebigkeit, die durch die ständige Verfügbarkeit der Waren entsteht, nimmt auf diesem Weg wichtigen Ritualen ihren eigentlichen Charakter. Wer soll denn so noch vernünftig ab- bzw. angrillen?! Wieder ist ein schönes Fest vom Kapitalismus durchkommerzialisiert und damit assimiliert worden. Fuck, aller.
Was bleibt noch? Nix. „Realität? Das ist der Grund warum wir saufen.“ Willkommen in der Wirklichkeit.
Bedeutungsschwanger sollte man übrigens keinen Alkohol trinken. Mit diesem Satz auf der „Haben“ Seite könnt Ihr substanzlos berauscht ins Nachtleben schweben – selig wie ein Glückskeks und zahlreich wie Krill (oder Plankton, für die Veganer). Die passenden Termine:

12.10.2011

Auch wir sind für Härte / auch wir tragen Bärte / auch wir gehn oft viel zu weit / doch manchmal im Guten / in stillen Minuten / da tut uns verschiedenes leid“ (Freddy Quinn „Wir“)
Es wird kälter, die Tage werden kürzer, angeblich steige das Kuschelbedürfnis. Ich habe zwar ebenfalls den verstärkten Drang, mich in die Horizontale zu begeben, aber das ist partnerunabhängig. Vielmehr Ausdruck einer dysfunktionalen Heizung sowie einer leichten Herbst-/Winterdepression. Die dann irgendwann in Frühjahrsmüdigkeit und später in sommerliche Mattheit umschlägt. Es gibt immer einen Grund, im Bett zu bleiben. Aufhänger des Textes ist jedoch ein anderer: Irgendwelche gelangweilten Spinner haben einen neuen Begriff ausgerotzt und nun rollt eine einführende Berichtswelle über uns hinweg. „Wintimacy“ sei ein Bastard aus „winter“ und „intimacy“ und beschreibe die Sehnsucht, im Warmen jemanden zu befummeln während es draussen kalt ist. Angeblich litten immer mehr Singles darunter. Ich leide auch. Allerdings nicht an dem beschriebenen Zustand, sondern an dem Wort. Was muss man für Leute kennen, damit man mit solchem Dreck an die Öffentlichkeit darf? Ich möchte die Chance nutzen, selbst einen neuen Begriff einzubringen: „Brotzen“ Es beschreibt die Unsicherheit, die man fühlt, wenn man auf besonders dummerhaftige Ideen anderer Leute trifft und nicht weiß, ob man vor Wut Brüllen oder Kotzen soll und dann mit Schreien anfängt, bis der Mageninhalt tatsächlich hochkommt. Passt auch prima zu Betroffenheitsbefindlchkeiten angesichts eines toten Konzernchefs. Zum Glück lebt Jack Wolfskin noch…
Gegen Jammergefühle hilft übrigens auch Bewegung! Die Amüsement-Termine der Woche

hurra.

Huuii! Schon wieder eine Grenze überschritten. Über 7500 Leute haben hier in 15 Monaten vorbei geguckt, sagt der Zähler. Find ich recht beachtlich für eine Seite, wo eigentlich nicht viel passiert und man nichts gewinnen kann.
Zur Feier des Tages gibt es eine kleine Variation stimmungsvoller Filmchen, die man am besten so laut wie nur möglich begutachten sollte.

… Jedenfalls: Vielen Dank fürs Klicken. Und immer schön weitermachen!

05.10.2011

Wenn ich groß bin. möchte ich was mit Tieren machen. Schlachter oder so.“ (der kleine Tierfreund)

Die letzte Woche ist schon wieder so viel passiert, dass es auf keine Kuhhaut passte. Wollte man es jedoch versuchen, müsste man erst einen Läuterungsprozess in Gang bringen. Läutern ist nämlich der korrekte Begriff zur Reinigung von Pelzen und Fellen. Bitteschön. Bis das Ding dann aber trocken und vollgeschrieben wäre, könnte man das Bolzenschussgerät schon längst wieder auf Dauerfeuer gestellt haben für die nächsten Häute… ein Teufelskreis, der nun mit einer Teufelskreissäge (16er Blatt) durchtrennt wird. Kühe können übrigens doch schwimmen und man kann für nur wenig Euro inzwischen Kuh-Kuschel-Seminare besuchen. Da liegt dann ne (lebende) Kuh rum und man kann sie angucken, umarmen und ihr beim Verdauen zuhören. Das sei angeblich meditativ. Dabei fällt mir ein:
Auf der Webseite meiner Krankenkasse ist so eine Art Symptom-Checkliste für Hypochonder. Oben steht der Oberbegriff, unten die Symptome und eine mögliche Diagnose. Eigentlich ganz interessant. Neben einigen Oberbegriffen befindet sich ein Lautsprechersymbol. Auch neben „Blähungen“. Ich habe mich noch nicht getraut, den Knopf zu drücken.

Ganz andere Töne diese Woche im Hafenklang: