Archiv für September 2011

„Nie sollst du mich befragen…“

Nun gut: Lohengrin aus der Versenkung zu holen ist vielleicht ein bisschen doll, aber im Gegensatz zu dort gibt es hier auch Antwort. Wobei die Frage „Was sollte das denn?“ angesichts des Beitrags von gestern genau genommen ziemlich bescheuert ist. Egal, wer dumm fragt, kriegt schlau Antwort: First Blood hieß der erste Rambo, allerdings kam der Hippie nach Israel bevor Rambo anfing, Steine auf Hubschrauber zu werfen. Und „pourquoi Israel?“ … Da ist Neujahr heute. Guten Rutsch!

Very first blood

Bevor ich mich hier wieder in pseudosozialkritische Pöbeleien ergehe, ermuntere ich euch lieber, aufs Knöpfchen zum Abspielen zu drücken. Aber bitte nicht hinterher jammern, ich hätte euch gezwungen…

Eine ausführliche Filmkritik des Trailers folgt sicherlich irgendwann, zurzeit bin ich noch mit der Exegese beschäftigt. Einfach sehr, sehr viel Input.

27.09.2011

„eins, zwei, drei – lasst die Steine frei!“ (MineralrechtlerInnenparole)

Das neue große Ding in Hamburg scheint thematisches Geotagging zu sein. In einer äusserst schlecht zentrierten Achse und räumlich nah bei einander finden wir drei Beispiele für ein missglücktes Miteinander. Von Nord nach Süd wundert man sich erst über den Knast an der Holstenglacis, anschliessend über die doch angeblich verbotene Tierschau im „Zirkus Krone“ auf dem Heiligengeistfeld um schliesslich fassungslos vor dem neuen Steingehege an der Helgoländer Allee zu stehen. Neue Sachen machen eben mehr Eindruck als alte.
Wer die letzte Woche nicht da war: Aus Gründen der Sicherheit, Sauberkeit und wegen der Verletzung des ästhetischen Empfindens z.B. von Touristen wurden unter einer Brücke schlafende Obdachlose für nur 118 000 Euro durch Wasser, Steine und einen 2,8 m hohen Zaun ersetzt. Ein Schnäppchen, das sich hervorragend ins Stadtbild einfügt. Wenn hier Guantanamo wäre. Tatsächlich hat sich hier ein Unsympath ein Denkmal in nächster Nähe zu seinem Bruder im Geiste setzen wollen. Bürgermeister Kersten Miles, nach dem die Brücke benannt ist, unter dem sich das ganze Zapperlappi abspielt, war für die „12 Meter ohne Kopf“ Geschichte von Störtebeker verantwortlich, bei der trotz gegenteiligem Versprechen schliesslich doch alle hingerichtet wurden. Bezirksamtsleiter Schreiber hingegen… nun, niemand könnte das besser beschreiben als die hamburger SPD auf ihrer Website!

“Bezirksbürgermeister” Schreiber verbindet Kompetenz mit Bürgernähe. Er ist in allen Stadtteilen des Bezirks Hamburg-Mitte zuhause und für die Menschen immer ein verläßlicher, sympathischer und beliebter Ansprechpartner bei den alltäglichen Sorgen und Nöten im Stadtteil. Markus Schreiber ist ein “Bezirksbürgermeister” wie man ihn sich wünscht. Gemeinsam mit ihm kämpft die SPD-Fraktion für Erneuerung und Zusammenhalt in Hamburg-Mitte.
Markus Schreiber ist verheiratet, Vater einer Tochter. Er verbindet Klugheit mit Bodenständigkeit, Leidenschaft mit Augenmaß und Umsicht mit Konsequenz – ideale Eigenschaften für einen “Bezirksbürgermeister”, der etwas für die Menschen bewegen will.
Hamburg-Mitte ist ein schöner Bezirk, aber auch ein Bezirk mit großen Herausforderungen. Mit Markus Schreiber haben die Menschen in Mitte jemanden an ihrer Seite, auf den sie sich verlassen können.“

„Die monatliche Bürgersprechstunde des Bezirksamtsleiters findet grundsätzlich an jedem 3. Mittwoch im Monat von 17.00 Uhr bis 18.00 Uhr statt. Um vorherige Kontaktaufnahme per eMail oder telefonisch unter 040 – 428 54 3305 wird gebeten.“

Die Termine im Hafenklang (kein Anruf nötig):

…und es hat zooom gemacht.

Für Freunde des groben Humors hier noch ein kleiner Appetithappen, der mir gut gefiel. Nur mal nebenbei, weil hier sonst nichts passiert.

21.09.2011

Ich bin nur vegan weil ich Tiere eklig finde.“ (SuppenkasperIn)
Wenn Leute nicht genügend Erfüllung im Zwischenmenschlichen finden, suchen Sie ihr Heil gern in anderen Ecken und blasen Teilaspekte des Daseins gerne zu kompletten Lebensentwürfen auf, deren Regelwerk z.B. in „10 Geboten“, einem „Ehrenkodex“ oder auch nur einem (mit unterschiedlichsten Bedeutungen vollgestopften) Begriff manifestiert wird. Beliebt ist dann die Debatte, ob dies und das noch zum Lebensentwurf gehört öder nicht. Gerne wird das im Internet gemacht und die Leser schreiben Leserbriefe und die Leserbriefleser schreiben Leserbriefleser-Leserbriefe und nach kurzer Zeit kommen dann Beleidigungen und allerlei Gegenstände und Körperteile aus der Unnerbüchsregion zur Sprache….
Soweit, so bekloppt.
Nur weil Begriffe für manche Leute andere Bedeutungen haben, geht das Abendland nicht unter – da gibt es gerade ganz andere Möglichkeiten, die weitaus vielversprechender wirken… Jedoch musste sogar ich kurz den Blutdruck prüfen, als ich auf der Pirsch nach neuer Musik den Sampler „Business Punk – work hard play loud“ entdeckte. Letzte Woche bei Kontor erschienen und wahrscheinlich dem wahnsinnig beschruppten gleichnamigen Druckerzeugnis zuzurechnen. Was heute Punk ist und was nicht, darüber sollen sich 15jährige gerne streiten. Aber ein Electro-Sampler, der sich an Leute richtet, die gerne arbeiten? Das ist so sehr auf der Meta-Ebene, dass ich auch kaum noch mitkomme.
Auf den Schreck muss man erstmal ordentlich abzwitschern!

Dazu passend: Ein Pärchen sitzt auf einer Bank und guckt den Mond an. Er: „Was seufzt du denn?“ Sie: „Am liebsten Pils.“

Die Termine:

13.09.2011

work is the curse of the drinking classes“ (Oschi Wilde)
Mit Zitaten glänzen zu wollen kann verschiedene Auswirkungen haben, nicht alles ist für alle geeignet. Was in manchen Augen Gold und Geschmeide ist, wirkt auf andere doch nur wie eine Maske aus frischen Eichhornföten. Dies gilt es zu beachten. Jedoch: Akronyme wie „Hopihalido“ und „Schniposa“ sind nicht nur gänzlich schröcklüch, sondern auch noch ganz andere, unaussprechliche Sachen. Womit wir beim Schniepel wären – ein Wort, das ebenfalls „Unaussprechliches“ beschreibt und auf gar keinen Fall bei einer Bestellung mit den vorherigen Begriffen durch den Tüdel gebracht, verwechselt oder irgendwie sonst in direkte Verbindung durch Angestellte geführt werden darf. (vergl. hierzu „Teebeutelmehrfachverwendung“). Das Ergebnis käme in Begleitung der Schwiegereltern in etwa einer Division durch Null gleich, wobei eine relative Unschärfe weggerundet würde, denn wer mit seinen Schwiegereltern Dosenbier bestellen geht, ist vermutlich gar nicht verheiratet, aber sonst an einige Konstanten, die nichts mit Eulert zu tun haben, gewöhnt. Ebenfalls zu beachten: Im 2. Reikigrad lernen wir, mittels des Fernsymbols die Grenzen zwischen Raum und Zeit zu überbrücken und einem Menschen (aber bitte nur mit dessen Erlaubnis!) Fern-Reiki zu senden.
Die Chakra-Dehnungstermine der Woche:

06.09.2011

You look like I need a drink.“ (…)
Jute Jüte, dit war een Jeschrei letzte Woche, wa? Ob die Pubertät wieder ausgebrochen sei, so fragte man mich angesichts der vermeintlich vielen wannabe profanen Ausdrücke. Nun, das steckt wie immer in der Iris der Betrachtenden. Allerdings strebte ich wie jede Woche, den Lesenden wenigstens ein bisschen Allgemeinbildung vor die verpilzten Füße zu rotzen: Ein Petermännchen ist ein Fisch, Hart- bzw. Weichstrahlen finden sich in dessen Flossen und die Hartstrahltechnik kann man sich besser vom Radiologen als vom Urologen erklären lassen. Tadaa – Wieder was gelernt, ohne es zu merken. Wo ist nun die Neuigkeit dieser Woche? Ebenfalls in der Vergangenheit zu finden. DOOM (das Spiel, bei dem man sich zu Fuß und mit einer Meenge Handgepäck einmal durchs Weltall und wieder zurückgeballert hat) ist nach nicht allzu langer Zeit vom Index genommen worden, weil im Nachhinein doch alles gar nicht so schlimm war. Man muss rückblickend sagen: Wer in den Pixelhaufen der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts eine verrohende Wirkung entdecken konnte, hat neben einer eigenen Klatsche auch noch viel Vertrauen in die Abstraktionsfähigkeit der Jugend bewiesen. Wir hatten aber auch mehr Fantasie als die Jugend von heute. Falls jemand nicht weiß, was ich meine: einfach mal nen Screenshot von Doom googlen und überlegen, was da wohl zu sehen sein soll…. Funfact der Woche: Sauce kann man auch mit kalter Butter andicken.