Archiv für Mai 2011

23.05.2011

Ceterum censeo Carthaginem esse delendam“ (Leitspruch hamburger Städteplanung)
Der folgende Text ist weder zum Nacktbaden noch zum beim-Essen-lesen geeignet, zumindest behaupten das empfindliche Testpersonen. Bei dem einen Film von Päderasten-Polanski wurde vor schlimmen Szenen immer ein Glöckchen gebimmelt (oder war das ein anderer Film? Egal, gab’s das jedenfalls irgendwo. Recherche ist für Loser). Wohlan, ich läute!

Zum Anfang der Woche ein kleines Gedankenexperiment: Einem weitgehend geschlossenen, von aussen schwer einsehbarem System – dem menschlichen Körper – werden verschiedenste berauschende Substanzen zugefügt. Ab einem gewissen Konsumpunkt hat die Vergiftung zur Folge, dass man zu würgen beginnt und erste Teile der Magenflüssigkeit sowie diverses anderes Zeug am Zäpfchen zuppeln. Dieser Zeitpunkt, wo man sich eigentlich schon übergibt, aber noch nicht so richtig… kann man den mit Schrödingers Kotze beschreiben? Nicht, dass mir das passiert wäre, da stehen zahlreiche Komponenten entgegen, aber ich finde es schön, wenn zum Beginn der Outdoorsaison auch ein bisschen innere Einkehr betrieben wird und man sich zu Recht beginnt, vor seinem eigenen und allen anderen Körpern zu ekeln. Bedecke dich! heißt es schon an anderer Stelle, vielleicht sogar in der Bibel, was weiß ich, und angesichts des Ozonlochs ist das eine gute Idee. Melanom ist nämlich nichts, was man rauchen kann. Der beste Trick, Hautkrebs zu vermeiden ist jedoch, sich nur draussen zu zeigen, wenn die Sonne schon weitgehend verschwunden ist. Die Termine im Hafenklang laden dazu ein, die Nacht zum Tag, den Tag zum Surrogat und den Menschen vom Jobcenter zum Idioten zu machen. Doch sehen sie selbst: www.hafenklang.de

16.05.2011

„CMYK you very much!“ (alter Druckerscherz)

Immer wieder Montags kommt mit dem Tatter auch die Erkenntnis, dass man aber auch so gar nichts Vernünftiges mit seinem Leben anzufangen weiß und das Einzige, was einen rettet ist die Tatsache, dass es 95% der anderen Leute genauso geht, auch wenn viele das einfach nur nicht bemerken. Bevor wir jetzt aber alle ganz schlecht draufkommen, denken wir lieber an was Flauschiges, denn flauschige Sachen sind die besten Sachen der Welt. Ich habe schon mehrfach darauf hingewiesen, dass Sachen mit Locken besser sind als Dinge mit Federn und eines meiner liebsten Beispiele (nicht zuletzt, weil es so einleuchtend ist) ist das Huhn, auch wenn Antispe-zysten lauthals rufen, ein Huhn wäre kein Gegenstand. Stimmt ja irgendwie auch, tut aber nichts zur Sache. Jedenfalls sind Hühnerküken deutlich beliebter als ausgewachsene „Mistkratzerli“, was nicht zuletzt an der fluffigen Flauschigkeit (obschon lockenlos, vielleicht hinkt der Vergleich doch) liegt. Um nicht wieder dem Vorwurf ausgesetzt zu sein, wahllos irgendwelche Aspekte anzuschneiden und dann liegenzulassen wie eine Wurstfachverkäuferin auf Panzerschokolade: Hier der unglaublich rote Arianefaden des Zusammenhangs! Ein sicherlich unglaublich erfüllender Job (mach was aus deinem Dasein!) und ein tsunamiartiger Quell für Smalltalk am Pinkelbecken ist der Beruf des Geflügelgeschlechtsbestimmers. Laut Springers Sturmgeschütz wider Demokratie ist das tatsächlich ein Job, wennauch vermutlich kein Ausbildungsberuf. Angeblich guckt man sich an 5 Tagen pro Woche Geflügelgenitalien an und spielt Herodes. Das Spannende ist vermutlich der Transgender-Aspekt des Berufes, denn bis zu 15 % der weiblichen Küken haben einen Pieddel und müssen trotzdem als Dame erkannt werden. Und das unter Zeitdruck, denn bei etwa 6000 Küken pro Tag bleibt wenig Zeit zum Kennenlernen. Mit diesem Wissen im Hinterkopf beende ich jegliche Hoffnung auf eine abschließende Pointe und breche erneut den Text mittenmang ab. Hammertime!

09.05.2011

Niveau ist keine Hautcreme“ (G. Willen, furchtbares Buch)

Was für ein Wochenende! Mir fehlen noch immer beschreibende Worte, ein Haufen Geld, ein Handy, mindestens eine Hose und zahlreiche Erinnerungen von Freitag auf Montag. Macht aber nichts, ich habe im Tausch einen äußerst Respekt einflößenden Sonnenbrand zwischen den Schulterblättern sowie Glitter an Stellen, wo die Sonne nie scheint mit nach Hause gebracht. Und wenn man sich endlich erholt hat, ist schon wieder Freitag. Nach diesem ebenso persönlichen wie frei erfundenen Ausritt in mein aufregendes Leben als Eventmaschine zu etwas anderem: Derzeit beschäftigen vielerlei Rätsel die Welt. Einige gucken nach Pakistan und überlegen, wie die ganzen neuen Aspekte in ihr derzeitiges Weltbild passen (Seebestattung, unsichtbare Hubschrauber, Müllverbrennung im Luftkurort); andere gucken nach Hoffenheim, weil sie das Gefühl haben, da auf dem Platz nächste Saison mehr Leute zu kennen als am Millerntor… alles Mysterien, auf die es so viele Antworten gibt, dass keine so Recht befriedigt. Ein Rätsel läßt sich aber relativ leicht aufklären: Wenn ihr euch gewundert habt, warum Sonntag eure Mama aus einem noch fadenscheinigeren Grund als sonst anrief –am 8. Mai war auch Muttertag. Vielleicht erklärt das Mutters Reaktion auf eure Glückwünsche zum Tag der Befreiung. Letzte thematische Vierteldrehung vorm Cha-Cha-Cha des Newsletterabschlusses: Ende März 2011 schaffte der Vollkugelclub Eppelheim 1957 das perfekte Wochenende, indem sich die Eppelheimer mit 8:0 Punkten über einen gelungenen Spieltag freuen durften. Das schafft nicht einmal Bayern München. An dieser Stelle möchte ich Abschied nehmen von denen, die den Newsletter nicht mehr lesen möchten, weil er ihnen zu „eklig und unanständig“ geworden ist. Tschüs. Alle anderen können sich auf nächste Woche freuen, wo wir dann endlich ungebremst jeden Abgrund mit einem Bauchklatscher ausloten werden.

03.05.2011

Headshot! U!S!A! U!S!A!“ (USA)

Wutsch, weg isser. Oh-bi-ell, wie ihn eigentlich niemand nannte, ist in einer egoshooterwürdigen Aktion in seinem Haus in Pakistan erschossen worden. Interessanterweise wohnte er in einem speziellen Stadtviertel, in dem man sich ohne Wissen der Regierung kaum bewegen konnte und auch seine Villa erinnert weniger an das seit Jahren erwähnte Erdloch, als vielmehr an das, was Ex-Bürgermeister Ahlhaus versuchte, mit Steuergeldern aus seiner Bude zu machen… unauffällig geht anders. Nun gut, die näheren Umstände sollen Verschwörungstheoretiker klären, auf Völkerrechtler hört man ja traditionell eher wenig. Ob sich dieser Satz noch auf Ahlhaus bezog, ist Laminat (= Auslegungssache).
Wie immer liegt mir nichts ferner, als hier für irgendwas Stellung zu beziehen, denn wir sind hier nicht in Seattle, Dirk. Ausserdem ist religiöses Getute wahrlich kein Thema für einen Partytermin-Aperitif, weder die vollzogene Seligsprechung von Joschi „Woyzilla“ Paul II., noch die vermutlich anstehende des Abräumkommandos der Amis. Ich freue mich lieber an Sätzen wie „Sie können uns verwunden, sie können uns töten. Aber sie sind keine existentielle Bedrohung – und werden es niemals sein.“, mit denen Spiegel online die new york times zitiert. Wenn Töten nämlich keine existentielle Bedrohung mehr ist, dann könnte es bis zur ersten Zombie-Gameshow nicht mehr lange dauern. Und natürlich bis zur ersten „linken“ Splittergruppe, die sich für Zombierechte einsetzt. Wollen wir hoffen, dass sie Bin Laden gut verschnürt haben…

Aus gegebenem Anlass

Immer wieder gern gehört. Der Song ist so dermassen wild und frei, dass er sich nicht einbetten lässt. Man kann nur darauf verweisen. Aufdrehen ist Pflicht.