Archiv für April 2011

26.04.2011

„Wie sieht der denn aus?“ (Cotzbrocken)

(Es folgt der zweite Teil zum Thema „Paarungsprogress durch Plünnenwahl“.
Wer den ersten Teil verpasst hat oder die Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfisches besitzt, kann unter 18.04.2011 nochmal nachgucken.)

Das wohl beliebteste Mittel, maskulin rüberzukommen, ist, die Kleidung kriminell zu halten (keep it gangsta) oder in sonst einer Form sozial deviant zu wirken. Man könnte es so formulieren: Kleidung, die einen an den Rand der Gesellschaft wünscht, ist im Mainstream am beliebtesten. Beispiele sind Marken wie: La Familia, Outlaw, Hooligan, Bloodsport, G-Star, criminal uvm. Oder Ed Hardy, die dafür verantwortlich waren, dass Leute in mit riesigen Knasttattoos bedruckten, kreischbunten Kotztüten herumliefen und normale Leute angesichts des einem von überall entgegenprangenden „Love kills slowly“ beteten, „love“ würde sich mal ein bisschen beeilen. Nun soll das hier aber kein Essay werden, wie scheisse die anderen aussehen, sondern helfen, selber „slick“ ins Blickfeld zu sliden. Alter. Von daher: Der Blick geht wie immer nach Asien. Einiges von da wurde schon übernommen und der Begriff Yakuza ist hier ebenfalls einer. Jedoch hat sich noch niemand um die bōsōzoku gekümmert. Das sind jugendliche Motorradgangs, aus deren Mitgliedern dann oft Yakuza wurden – die ideale Wahl für stets Junggebliebene mit Hang zur street credibility. Hängende Hosen sind durch, jetzt kommen Jumpsuits mit nix drunter! Endgültig tight wird das Outfit aber erst, wenn man ein bisschen Hingabe zeigt, einen dauerhaften Beweis, dass man es ernst meint. Früher zeigte man Entschlossenheit durch Tattoos. Ein Motiv zeigte: „So bin ich, daran glaube ich. Und zwar für immer.“ Was viele Sternzeichen, der Name der (Ex-) Freundin und viele, viele Tribals bewiesen. Das neue Mittel der Wahl, für jeden weithin sichtbar und total avantgarde: Die Dauerwelle! Hier bietet sich vor allem die Punch Perm an, mit der man aussieht wie eine Mischung aus Fips Asmussen und Kim Yong-Il, also Bombe. Die Punch Perm ist für Japaner das, was dem Europäer die Nassrasur-Glatze: DIE Frisur der Wahl für Kriminelle, Gewalttäter und solche, die es werden wollen. Der eine Japan-Reiseführer hat ausdrücklich davor gewarnt, sich über Leute mit Punch Perm lustig zu machen oder sie zu fotografieren, denn der Name komme nicht von ungefähr… Und nun ein Foto googlen und auf damit zum Friseur!! Hat hier noch ungefähr niemand, ist ein Hingucker und wird in spätestens 3 Jahren von allen Ladys als sexy empfunden. Wer’s nicht glaubt, erinnere sich bitte an Schnurrbärte.

…Locker, luftig und zweckgebunden sollte auch die Kleidungswahl für’s nächste Wochenende ausfallen, denn es gilt, Präsenz zu zeigen. Am 30.4. kann man morgens in Bremen einigen Nazis direkt erklären, was vernunftgelenkte Menschen so von ihnen halten und ab 16.00 in Hamburg demonstrieren, dass eigentlich niemand mit der derzeitigen Stadtentwicklung zufrieden ist. Die Demo läuft übrigens auch an der Ruine des Hafenklang-Exils vorbei. Für gesamtgesellschaftlich denkende Newsletterlesende stehen am 1. Mai auch wieder mehrere Veranstaltungen zur Auswahl. Wer da mal mit Bildung protzen möchte: Dieses Jahr ist Jubiläum, denn vor 125 Jahren ist mit dem Haymarket Riot der Grundstein für den Tag der Arbeit gelegt worden. Gutes Smalltalkthema, falls die Frisur mal nicht sitzt.

Umverteilung leicht gemacht

Immer wieder gern gesehen: Wenn Leute sich beim Sport ein bisschen Mühe geben. Der junge Mann macht alles richtig. Sich beim Training filmen lassen, laute Geräusche von sich geben, nicht einsehen, dass man sich ein bisschen übernommen hat. Und natürlich: dem Kumpel glauben, dass das Video gelöscht wurde. Da aber alles Blut, was eigentlich im Kopf sein sollte, wohl im Rücken gelandet ist und der Kontakt mit den anderen Hanteln sicher auch Spuren hinterliess, kann es gut sein, dass der Sportler von diesem Clip gar nichts mehr weiß. Auf jeden Fall sollte jeder einen Freund haben, der sich seines Auftrags und seiner Verantwortung bewußt ist – „Film das mal“ wurde schließlich zu keiner Zeit durch „Hilf mir mal“ ersetzt…

18.4. 2011

„Kurz ist der Wahn, Lang ist die Reue.“ (D. Duck)

Das kommende Wochenende ist lang, die Sonne scheint: Zeit, sich mit dem Hormonstau der Leser auseinander zu setzen. Leserinnen können schon mal gucken, ob sich ihre Umgebung in nächster Zeit ändert.
Um die Anzahl möglicher paarungswilliger Weibchen zu maximieren, muss das Männchen als solches sich meist etwas besonderes einfallen lassen, damit es aus der Masse der anderen Idioten heraussticht. Das Ziel heißt hier: USP (unique selling proposition, in heimischer Zunge „Alleinstellungsmerkmal“). Entgegen der landläufigen Meinung helfen die Konzepte „Auffallen durch Umfallen“ bzw. „Ich markiere mein Revier wie alle anderen Säugetiere durch stark riechende Sekrete“ nur in den wenigsten Fällen, vielmehr sollte man versuchen, positiv aufzufallen. Nur wie? Über innere Werte und Geisteshaltung brauchen wir uns hier keine Gedanken machen, denn in der Ditsche gelten folgende Gesetze: Es ist dunkel, laut und an etwaige Gespräche kann sich am nächsten Tag eh niemand erinnern. Konzentrieren wir uns also auf Äusserlichkeiten: Als zu sanft und verständnisvoll möchte man nicht auftreten, denn wenn es wider jede Hoffnung doch nur ein erneuter Abend im Kreise der Kumpels wird, gilt es männlich-markant rüberzukommen, damit wenigstens der Platz am Tresen ohne Gefechte gehalten werden kann.
Um potentielle Mitbewerber abzuschrecken und gleichzeitig den wild-gefährlichen Beschützer demonstrieren zu können, ist das einfachste Mittel der Wahl die eigene Kleidung. Das im Tierreich beliebte Aufplustern wirkt über den Abend verteilt immer etwas lächerlich – nach dem achten Mal „Bauch einziehen und Luft anhalten, da kommt wer“ wird es auch etwas anstrengend. Und wer sich in der Muckelbude aufpumpt, hat oft keine Zeit mehr, 4 Tage am Stück durchzufeiern… also auch keine Option. Bleiben Kleidung und Accessoirs.

Nach dieser interessanten Einleitung ist vorerst Schluss! Zum einen sollt ihr ja den Newsletter auch nächste Woche wieder aufmachen und lesen statt ihm im Spamordner zu verbuddeln, zum anderen haben sich Leute beschwert, dass das oft so viel Text sei und sie dann schon gar keine Lust mehr hätten. In Anbetracht des guten Wetters beenden wir also die Sitzung vorm Rechner, positionieren uns in der lieben Sonne und sind gespannt, ob der Schreiberling nächste Woche endlich mal zum Punkt kommt.

Die Termine bis dahin:

Sommerzeit

Immer wichtig, gerade in der Urlaubszeit: Wohin mit den Getränken? Ein lehrreiches Video zum Thema findet sich hier und verkürzt die Zeit bis zum nächsten Blogeintrag, der sicher kommen wird, wenn auch nicht so bald, weil das Wetter gut ist.

11.04.2011

I am the God of war nicht so gemeint“ (Erkenntnisse eines Unverstandenen)

Wegen des guten Wetters wird das Thema Dauerwelle auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Sie lesen nun von einem anderen, nicht minder interessanten Thema:
Als großer Freund des Aphorismus beobachte ich so manche Regung in der Welt der sinnstiftenden Vergleiche. Kürzlich las ich einen Spruch, der mir gut gefiel, da er vor Wahrheit überquillt wie Schmer aus einer bunten Leggins : „Freunde sind wie Bäume – Sie fallen um, wenn man sie mit einer Kettensäge bearbeitet.“
…Und just als dieser Satz geschrieben steht, kommt aus der Tiefe des Raumes ein weiterer Satz, unqualifiziert aber typisch: „Schmer? Was soll das denn sein? Das ist doch kein Wort!“ „Schnauze, Lübke“, entgegne ich darauf und beende diese und alle weiteren Streitigkeiten mit der rhetorischen Neutronenbombe „Doppelwohl, Gummibauch, Hühnerpopo, Großmutters Unterhose!“
Damit euch nicht das gleiche widerfahren muss, hier ein entwendeter Text zurm Thema Schmer, den ich mir mangels Fachwissen nicht schrecklicher hätte ausdenken können.
Schon mein Grossvater (an dieser Stelle stöhnt meine Tochter und rennt aus dem Zimmer), also schon mein Grossvater benutzte „Schmer“, das ist Schwäbisch und bedeutet „Fett“, zum Einreiben von Sägeblättern, Hobelsohlen, aber auch Werkzeugstielen, wie Spaten, Hammer etc. 
Er nahm keinen Rindertalg, den hätte er kaufen müssen (Schwaben geben nicht gerne Geld aus) und die Zubereitung ist ein bisschen umständlich, sondern schlicht und einfach einen Sau-Nabel. Das ist ein Fettklumpen, der um den Nabel eines Schweines wächst. Der Nabel kann vom Metzger nicht verwendet werden, man erhält ihn umsonst. Man muss ihn auch nicht aufbereiten, sondern verwendet ihn so roh, wie er ist. Erstaunlicherweise wird ein Saunabel nicht ranzig – ich verwende immer noch das alte Stück, das ich von meinem Vater geerbt habe (und der ist auch schon wieder 15 Jahre tot). 
Ich bin weder Chemiker noch Biologe und weiss nicht, warum ein Nabel nicht schlecht oder ranzig wird, aber es ist so. 
Mein Vater pflegte immer zu sagen, dass Werkzeugstiele, die mit einem Nabel geschmiert wurden, keine Blasen verursachen. Stimmt. Ich habe schon lange keine mehr gehabt.Ich schmiere auch den Spatengriff und die anderen Gartengeräte. Und über das Gusseisenbett meinen Drehbank streiche ich auch gelegentlich damit drüber – kein Rost und einen leicht gleitenden Reitstock bzw. Handauflage. 
Redet mal mit Eurem Metzger und probiert es aus – es kostet nichts, funktioniert und ist umweltfreundlich. Am Nabel befindet dann meist noch ein Stück einer Ader, da kann man mit einem Knoten eine Aufhängeöse daraus formen. Achtet mal drauf – in den meisten Bauernhausmuseen hängt in der Nähe der Sägen so ein griffbereiter Saunabel. 
viele Grüsse 
reinhold

Die Nabelschau-Termine im Hafenklang

hochpolitischer Zeitvertreib

Normalerweise hätte das Wochenblatt hier schon seit zwei Tagen gestanden. Irgendwas klemmt aber bei der Erstveröffentlichung und bevor es da nicht raus ist, kommt es hier auch nicht. Zum Zeitvertreib ein netter Text über das Politikverständnis vieler Leute. Ist schon ein bisschen älter und das Heft ist auch nicht gerade meine Lieblingszeitung, aber wenn andere Leute mal Recht haben, soll das nicht untergehen.

Safari francaise

Immer wieder gern gesehen: Filme über Leute, die sich direkt mit Problemen auseinandersetzen. Hier ein Film aus Frankreich, der zu Unrecht ein bisschen unterging. Ich finde ihn leider gerade nur noch auf französisch, was mir doch ernsthafte Verständigungsprobleme bereitet. Es gibt ihn auch mit englischen „Subs“ – vor 2 Tagen hab ich ihn noch gesehen – aber da die Trottel bei Youtube mal wieder die Musikzensur eingeleitet haben, muss man sich durch die ersten Minuten ohne Untertitel kämpfen. Ab hier gehts dann auch mit englischer Unterstützung…

brumm, brumm, bumm

Kunst


Ich hätte stehend applaudiert.

Veranstaltungstipp

Bestimmt ganz interessant und noch gar nicht von mir abgedeckt: Das Thema Eislauf-Revue. Mit Glück kann man sehen, wie sich die Leute mit Eisenstangen die Beine zertrümmern. Oder eben so aufs Maul fallen. Besonders gut gefällt es mir, wenn ich mich mit dem Showthema verbunden fühle. So wie hier. Micky hat es nicht anders verdient.

04.04.2011

wohl dem, der nicht wandelt“ (Bibel, ziemlich weit vorne)

Es gibt Wochenenden, nach denen bleibt man besser im Bett. Die Westerwelle weiss ein Lied davon zu singen und kann sich sogar auf der Quetschkommode dazu begleiten. Sonst ist es ja eher einsam für ihn, wobei er im Club der vorzeitigen Abbrecher nicht alleine ist. Passend zum Abbruch-Wochenende: Cervisiam bibat – Trinket Bier. Und holt euch das Pfandgeld zurück. Mal so als Tipp für Fußball- und Umweltfans. Beim Thema Umwelt liegt Japan natürlich weit vorne, in einigen Gegenden vermutlich auch noch einige Jahre. Weil aber jetzt hier die alten Meiler vom Netz gehen, ist das da drüben alles gar nicht mehr so schlimm. Die mehreren tausend Toten bleiben ebenfalls verschwunden, was angesichts der hohen Radioaktivität ein gutes Zeichen ist. Es gibt genug Filme, die zeigen was passiert, wenn es anders wäre. Bleibt also Zeit, sich statt um Katastrophen wieder um wichtige Dinge mit Bestand zu kümmern: Japanische Dauerwellen. Im englischen Sprachgebrauch heißen die Dinger Punch Perm. Und sie sehen unglaublich aus. Eine Mischung aus Fips Asmussen und den Jacob-Sisters-Pudeln, nur in schwarz. In den nächsten Briefen werde ich das Thema näher behandeln und bis dahin versuchen, das Bild von einem pudelpenetirierenden Fips A. aus meinem dritten Auge zu spülen. Falls ihr es nicht loswerdet: Das nennt man Cliffhanger. Schalten sie auch nächste Woche wieder ihren Rechner an, wenn es wieder heißt: Irrtümer, Druck- und Schreibfehler sowie Preisänderungen sind vorbehalten.